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Königin Bonduca – keltischer Kampf um Britannien

BoudicaBei Recherchen über das Keltentum im alten Britannien bin ich über eine interessante Figur gestossen. Bonduca war die Frau des “Königs” eines keltischen Stammes im Gebiet des heutigen East Anglia (Norfolk und Suffolk). Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie die Führung als Königin und führte, als sich das Verhältnis zwischen Einheimischen und den landbesetzenden Römern verschlechterte, die britisch-keltischen Völker in den Krieg. So kam es, dass 60 n. Chr. die Kelten nach Süden zogen und dort die römischen Siedlungen angriffen. Als erstes wurde scheinbar die Veteranenkolonie “Camulodunum” angegriffen, welche das heutige Colchester darstellt. Darauf folgten “Londinium” (London) und “Verulamium” (St Albans). Es wird vermutet, dass über 50’000 Kämpfer mit Bonduca zusammen kämpften. Nach und nach schlossen sich immer mehr Menschen der Truppe an. Insbesondere nach den grossen Siegen gegen die Römer. Die keltischen Einwohner Britanniens waren jedoch schlecht ausgerüstet und die Organisationsstufen der britischen Krieger war mit der des Feindes in keiner Weise vergleichbar. Obwohl sie stark in der Überzahl waren, hatten sie gegen die disziplinierten, gut ausgerüsteten Römer keine Chance in der entscheidenden Endschlacht. Gaius Suetonius Paulinus, römischer Feldherr und Statthalter Britanniens, griff die Kelten nordwestlich von Verulamium auf offenem Gebiet mit zwei Legionen an. Der Angriff endete für die Einheimischen verheerend.

Doch was geschah mit Königin Bonduca? Über ihren Verbleib gibt es verschiedene Theorien bzw. Geschichten. Tacitus schrieb, dass sie sich mit Gift umbrachte, damit sie nicht in die Hände des Feindes fallen konnte. Cassius Dio schrieb jedoch, dass sie erkrankte und schliesslich an der Krankheit starb.

Königin Bonduca, oftmals auch mit Namen Boadicea oder Boudicca bezeichnet, war lange Zeit in Vergessenheit geraten. John Fletcher und Francis Beaumont verfassten im Jahre 1610 eine Tragödie “Bonduca”. Vor allem im 19. Jahrhundert wurde die Figur der Bonduca in vielen Liedern, Gedichten und anderen Publikationen wieder aufgerollt. Durch diese Publikationen ist die Königin wieder bekannt und sogar an der Themse bei der Westminster Bridge Statuen, welche Bonduca mit ihren Töchtern auf einem Streitwagen zeigen in London bewundern.

Keltische Fundstücke aus der La Tène-Zeit in der Schweiz

Fundstücke aus der La Tène Eisenzeit im Zürcher Landesmuseum

Schädelfundstück - La Tène

Schädelfundstück - La Tène

Im Neuenburgersee fand man vor rund 150 Jahren gut erhaltene keltische Objekte, aus der jüngeren Eisenzeit. Der Fundort “La Tène” gab schliesslich dieser Zeit den Namen, “La Tène”-Zeit. Überreste von Waffen aus Eisen und Pfählen und eine ehemalige Brücke erregten europaweit Aufmerksamkeit. Es wurden über 3000 Objekte gefunden, welche heute zum grössten Teil im Musée Laténium in Hauterive, Neuenburg, zu sehen sind. 800 Stücke sind im Museum Schwab und 200 im Landesmuseum in Zürich zu bewundern. Umstritten ist bis heute der Zweck des Ortes am Neuenburgersee. Das Museum Schwab in Biel zeigt beispielsweise in seiner Wanderausstellung auf, dass La Tène ein Kult- und Bestattungsort gewesen sein könnte. Menschliche Schädel und Knochen hätte man dort aus rituellen Gründen zusammengetragen, ebenso wie Waffen und sonstige Opferobjekte. Wer mehr wissen möchte, sollte unbedingt die Museun in Hauterive, Biel und in Zürich besuchen. Es lohnt sich auf alle Fälle, da man sich dadurch als Schweizer schliesslich direkt mit den eigenen Wurzeln, den eigenen Vorfahren, den keltischen Helvetern, befasst.