Wir kaufen einen “Mondkalender” und sprechen davon, dass es besser ist nach dem Vollmond gewisse Tätigkeiten auszuführen, sei es in der Landwirtschaft oder ganz einfach zu Hause im Haushalt. In der Kirche sprechen wir nach dem Gebet ein “Amen” aus und ohne es zu ahnen, bedanken wir uns damit beim Mond.

Der Mond
Das Mysterium Mond. Seit eh und je beobachten und bestaunen die Menschen dieses Gestirn. Dabei bekam der Mond anders als die Sonne meist eine weibliche Rolle zugeteilt, da sich der Mond zyklisch in seiner Gestalt verändert und sich die Fruchtbarkeit der Frau ebenfalls zyklisch verhält. Der Mond war bereits in der “Steinzeit” ein wichtiges Symbol für Fruchtbarkeit und die Erde bzw. Erdenmutter. Als sich nach und nach eine erste Form der Landwirtschaft entwickelte wurden diese Mond-Zyklen zu Mon(d)aten zusammengefasst. Das Wort “Monat” enthält noch heute ein Überbleibsel des Wortes “Mond”. Das Gleiche finden wir im Namen des ersten Wochentages: Mon(d)tag – Der Tag des Mondes, der erste Tag der Woche.
In Küstennähe lebende Menschen wussten früh um die Wirkung des Mondes auf das Meer und das Leben. Ebbe und Flut, sowie das Verhalten verschiedenster Meerestiere, waren eindeutig durch den Mondzyklus beeinflusst. Warum sind wir vor dem Vollmond gestresster und gereizter? Nehmen wir einmal die Tatsachen zur Hand, dass der Mensch zu 60-70% aus Wasser besteht und der Mond die Gezeiten beeinflusst, so müssen wir eine klare Verbindung zwischen beidem ziehen: Ergo, der Mond beeinflusst auch direkt das Wasser innerhalb des menschlichen Körpers. Kopfschmerzen, Gereiztheit oder ein schlechteres Schlafen vor dem Vollmond (oder einem anderen Mondzustand), sind dadurch einfach erklärbar.
Die Bedeutung des Mondes war seit je her gross. In der keltischen Religion war die “Mondgöttin” beispielsweise eine zentrale Figur. Diese Personifikation war nicht nur eine Form der menschliche Darstellung des Gestirns, sondern nahm eine zentrale Funktion im Religionssystem ein. Die Mondgöttin, wie auch der Mond standen für magische Fähigkeiten, das Element Wasser und das zugeordnete Metall Silber. Übrigens nicht nur in der westlichen Mystik, sondern ebenfalls in der östlichen. Der Mond wurde sehr häufig in Sichelform (Sichelmond) dargestellt, aber auch in Form eines Halbmondes oder eines Kreises (Vollmond). Zudem ist der Mond in den meisten Sprachen weiblich so beispielsweise: lune, luna. Die Fruchtbarkeit wurde gern in Form von Kuhhörnern symbolisiert, welche sich aus den Mondsicheln ableiteten. Das Interessanteste ist jedoch, dass der Begriff des Mondes und der Göttin, sich aus dem gleichen Wortstamm ableiteten. Im Indoeuropäischen existieren die Begriffe “mana” oder “men”, welche “Mutter”, “Mensch”, “Menstruation” bedeuten. Amen bedeutete ursprünglich eigentlich nichts anderes als der “Mond der Wiedergeburt”. Viele als “christlich” propagierte Symbole, sind ursprünglich vom Christentum einfach übernommen worden. Dies gilt auch für Personifikationen wie die Jungfrau Maria, die ihrerseits eine indirekte Ableitung der keltischen Mondgöttin, bzw. der ägyptischen Isis (übrigens die Mondgöttin im alten Ägypten) sein soll.
