Category Archives: Writing Culture Debatte

Was ist die Writing Culture Debatte?

Die Writing Culture Debatte hat in den 1980er Jahren die ethnographische Repräsentationsweise hinterfragt. Insbesondere in Bezug auf Elemente des Kolonialismus. Weitere Punkte sind das Problem der Autorität, das Problem der Authentizität (durch Lehnstuhl und Veranda Anthropologie etc.), die Form der schriftlichen Darstellung z.B. mittels des zu hinterfragenden „Ethnographisches Präsenz“ (Allgemeingültigkeit). Die postmoderne Wende kam schliesslich u.a. durch James Cliffords und Clifford Geertz‘ kritische Publikationen.

“.. [die Anthropologen haben bisher] ihre Schwierigkeiten beim Konstruieren solcher Beschreibungen eher auf die Problematik der Feldforschung zurückgeführt als auf die von Diskurs.” (Geertz, 1993:18).

Was ist die Orientalismus-Debatte?

Die Orientalismus-Debatte, angeführt von Edward Said, beschäftigt sich mit der Repräsentation von vorderasiatischen/asiatischen Gesellschaften (östliche Kulturen) durch westliche Orientalisten. Dabei ist sicherlich die ethnographische Repräsentation für die Sozialanthropologie wichtig, obwohl Said nicht ausdrücklich in seinem Werk „Orientalism“ (1979) einging. Dabei weist er auf immer wieder auftauchende Elemente hin, wie z.B. das laute Markttreiben, die feminine Exotik, der ewig unveränderliche Osten, die mystische Religionen und die Unfähigkeit der Orientalen, für sich selber zu sprechen. Said kritisierte stark, dass der Westen sich das Privileg einräumte, diese orientalische Repräsentation vorzunehmen. Seine Kritik ist deshalb auch für die Writing Culture Debatte von Bedeutung, da in den 1980er Jahre die ethnographische Repräsentation stark hinterfragt wurde. Saids These ist schliesslich, dass der Herrschaftsanspruch des Westens über den Orient um 1840 in Europa entstand und durch den Diskurs eine wissenschaftliche Legitimation für die Herrschaft gesichert wurde.