Der französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss hat mit ethnosoziologischen Publikationen wichtige Beiträge zur Struktur von Familien, totemischen Clans und den Mythen der Menschheit vorgelegt und dadurch deren Untersuchbarkeit ermöglicht.
Die Mythen der unterschiedlichen Kulturen sind nach Lévi-Strauss Modelle eines auf Ganzheit zielenden wilden Denkens. Unabhängig von ihren verschiedenen Inhalten lassen sich die Mythen auf eine vergleichsweise kleine Gruppe so genannter Mytheme und ihrer Kombinationen zurückführen. Bei den Mythemen handelt es sich um die fundamentalen Einheiten der Mythen, z. B. Held tötet Drachen. Die Mytheme gewinnen ihre Bedeutung nicht durch ihren Inhalt sondern durch ihre Relation zu anderen Mythemen. Mythos, Dichtung und Literatur sind keine kreativen Schöpfungen sondern die Produkte struktureller Determination.
Die menschliche Wirklichkeit selbst bringt Strukturmodelle hervor. Dabei ist es das Grundprinzip, dass der Begriff der sozialen Struktur sich nicht auf die empirische Wirklichkeit bezieht sondern auf die nach dieser Wirklichkeit konstruierten Modelle.
Wichtige Publikationen
- 1955 Reisebericht “Traurige Tropen (Tristes Tropiques)
- 1958 erschien die „Anthropologie Structurale“
- 1962 „Das wilde Denken“
