Die Definition von Typologien gestaltet sich schwierig, da man sie nicht auf alle Gesellschaften einfach so anwenden kann. Von 1940 – 1980 hat sich eine brauchbare Typologie gefestigt. Sie beinhaltet die Betrachtung der Faktoren wie Umwelt und Technologie. Durch diese kommt es zu einer Anhäufung von Individuen in einer Gruppe. So ist es möglich einen Zusammenhang zwischen Gruppen zu erstellen, die in ähnlich klimatischen Verhältnissen leben. Man nimmt an, dass die ökologischen und technologischen Faktoren schliesslich ähnliche politische Strukturen hervorbringen. Beispiele sind die Kung San (Kalahari Wüste), Shoshonen in Utah (in wüstenähnlichen Gebieten). Diese Gruppen organisieren sich in „Bands“. Bands zeichnen sich aus durch: egalitäre Struktur (ohne Führerschaft), ein Nahrungsaustauschsystem, flexible kleine Gruppen. Es gibt jedoch eine grosse Zahl von verschiedenen Bands und Chiefdoms. Man muss sich die Frage stellen, inwiefern man diese einfach so typologisieren kann.
Gesellschaften ohne Staat werden von Pritchard und Fortes als egalitär beschrieben und haben somit keine Führerschaft, keine Regierung. Es gibt auch keine Klassenunterschiede, sowie keine Steuern zu zahlen. Ein segmentäres Lineagesystem ist die Grundlage für die politische Struktur. Beispiele sind die Gesellschaften der Nuer, der Tallensiv, sowie der Dinka. Voraussetzungen sind jedoch, dass es nur wenige Menschen hat (geringe Bevölkerungsdichte), wenig Besitz und somit keine Basis für Macht gibt. Die Struktur der politischen Gruppen ist immer in ein Segment Territorium, ein Segment einer Gruppe und schliesslich in eine Einheit unterteilt. Wichtig sind Rituale und Symbole, in die einzelnen Segmenten! Oft gibt es demokratische Entscheidungen, die getroffen werden; es gibt keine Zentralmacht, die entscheidet!
Verschiedene poltische Formen sind:
- Nicht-Zentralisiert (Egalitäre Struktur)
- Bands (Horden)
Formen sind (nach Lewellen):
Composite bands, patrilocal bands, Family bands (anomalous)Charakteristik:
Sind oft Jäger- und Sammlergruppen (25-150 Menschen), es müssen für Heirat andere Bands aufgesucht werden (Band Exogamie), bilaterale Verwandschaftsstruktur; Austausch von Nahrung sehr wichtig! (Reziprozität).Beispiele:
Kung San Gruppen in Kalahari mit einfacher Technologie (Graben mit Stock nach Wasser oder Wurzeln), Giftpfeile für Jagd nach Grosswild, Frauen beschaffen ca. 80% der Nahrung (durch Sammeln oder Kleinwild), Männer beschaffen 20% durch Grosswildjagd (Antilopenjagd usw.). Wenig Besitz und oftmaliges Umherwandern in einem Territorium. Bewachen von Gebieten, Konflikte und Streit, jedoch keine Kriege. Heiratsallianzen zwischen den einzelnen Gruppen.Inuit in einer schwierigen Umwelt (wenig Vegetation, kalt); Fische, Karibu und Robben nur saisonal, weit verbreitet. Dadurch ergibt sich ein starkes Nomadenverhalten > Gruppen von 12 bis zu 300 Menschen. Es existiert keine eigentliche Führerschaft. Bei den Inlandgruppen gibt es Schamanen mit etwas Macht, bei Küstenbewohnern haben Bootsbesitzer minim etwas mehr Macht. Später dann Kontakt mit dem Westen (Pelz- und Walfleisch Handel).
- Tribes (Stämme)
Formen sind (nach Lewellen):
Big Man Systeme, Village Councils, Ritually Stratified, Associational, Segmentäre LineagesCharakteristik:
Unklarer Begriff von «Tribes», bildet Brücke zwischen Bands und Häuptlingstum (Chiefdom); Stämme sind nicht zentralisierte, egalitäre soziale Systeme, in denen um Autorität gestritten wird; Der Zusammenhalt wird durch die Beziehungen / Beziehungsnetzwerke gesichert. Keine Spezialisierung in der Produktion, kein festes Priesteramt. Zusammenhalt über entweder über Verwandtschaft, wie Bruderschaft (sodality) durch einen gemeinsamen Ahnen oder nicht über Verwandtschaft auf Interessenbasis: Gemeinschaften, Geheimbünde, Interessengruppen.
