Wie jagten früher die Menschen, als sie mit der Natur noch eins waren? Sie setzten den Tieren die eigene Willenstärke und Ausdauer entgegen. Damals brauchte man keine Waffen, mit denen man aus hundert Meter Distanz ein Tier feige erschiessen konnte. Das nachfolgende Video dokumentiert eine schamanistische Jagd der Kalahari. Sehr eindrücklich wird gezeigt, wie ausgereift diese Form der Jagd sein kann, selbst wenn diese sehr lange andauert. Gekonntes Spurenlesen, ja beinahe ein Erfühlen eines Tieres. Jäger und Gejagter stehen sich in Ehrfurcht gegenüber, gehen bis ans Limit ihrer Kräfte. Auch wenn die Dokumentation einerseits etwas übertrieben erscheint, so wird klar, dass die Ehrfurcht vor dem Tier für die Kalahari zentral war. Eine abschliessende Zeremonie erweist dem erlegten Tier die letzte Ehre und zeigt die tiefe Verbundenheit zwischen Jäger und Natur. Schlicht Eindrucksvoll.
Monthly Archives: July 2009
Mit Freiwilligenarbeit die Welt verbessern
Weltwirtschaftskrise, Stress im Job und Geldsorgen. Die meisten kümmern sich um ihre eigenen Probleme. Man könnte meinen, die Zeit der Freiwilligenarbeit sei vorbei. Doch es gibt immer noch eine grosse Anzahl motivierter Menschen, die ihre persönlichen Bedürfnisse frewillig und gerne eine Zeit lang zurückstellen, um sich Hilfsbedürftigen zu widmen. Wir haben Carole Gasser, eine junge Frau aus der Schweiz, die sich für ein Volontariat in Jaipur, Indien entschieden hat, getroffen und mit ihr ein Interview geführt.
“Ich habe mich dazu entschlossen einen Monat lang ein Volontariat in Jaipur, der Hauptstadt vom nordöstlich gelegenen Bundesstaat Rajasthan, zu machen. Bevor ich mich dem Vergnügen widme und voraussichtlich ein Jahr lang in Asien (ev. später noch Mittelamerika) umherreise möchte ich etwas Sinnvolles tun. Für mich war klar, dass es etwas mit Kindern zu tun haben muss. Von den Kleinen können wir viel lernen. Die sind noch offen und ehrlich, sagen einem was sie denken und überlegen nicht lange. Sie tun, was ihnen Spass macht und können uns mit ihrem herzhaften Lachen immer wieder anstecken. ”
“So musste ich nicht lange überlegen für welches der Projekte ich mich entscheide und habe das Child Care Projekt ausgesucht. In den ländlichen Gegenden Indiens wurden vom Staat sogenannte „Aanganwaris“ (day care centers) gebaut, damit bereits in der frühen Kindheit auf die Kleinen aufgepasst werden kann. Hier wird den Kindern auf eine spielerische Art vieles beigebracht. Man achtet auf Ihre Gesundheit und die Hygiene. Meistens müssen diese Center mit sehr wenig auskommen und sind oft auch unterbesetzt.”
“Die Auswahl des Ortes fiel mir jedoch etwas schwerer. Ich habe hin und her überlegt ob ich nun in Dharamshala (der Wohnort des derzeitigen Dalai Lamas im Himalya Gebiet), in Bangalore (der 5. grössten Stadt und des IT-Zentrums Indiens) oder in Jaipur (der Pink City) mein Volontariat machen möchte. Nachdem ich von der Organisation Shake Hands einige Infos zu den Orten bekommen habe, habe ich mich schlussendlich für Jaipur entschieden. Die Gebäude im Altstadtviertel von Jaipur wurden 1853, zur Vorbereitung auf den Besuch von Prinz Albert von England, Rosarot angestrichen, da dies Rajasthans traditionelle Farbe der Gastfreundschaft ist. Deshalb wird die Stadt oft auch nur Pink City genannt. Bangalore war mir dann doch zu westlich und Dharamshala wäre sicher schön, jedoch für einen ganzen Monat für mich wohl zu ruhig.”
“Warum gerade ein Volontariat in Indien?”, fragen wir nach. “Wir vergessen immer wieder, dass Menschen auf der Welt noch viel weniger haben als wir und dabei doch viel glücklicher sind. Als ich als kleines Kind mit meinen Eltern in Vietnam einen Teller Pasta nicht aufessen wollte, tauchte plötzlich ein kleiner Junge auf und fragte, ob er mein Essen haben könne. Der Kleine hat die Spaghetti in sich „eingesogen“ und plötzlich standen mehrere Kinder um diesen Teller und haben meine Pastas gierig aufgegessen. Dies war wohl einer der schlimmeren Augenblicke für mich und hat mir gezeigt wie glücklich wir sein können mit all dem was wir haben. Ich habe auf unseren Asienreisen viele ähnliche Momente und Situationen erlebt, welche mich bereits von klein auf geprägt haben. Das ist wohl auch der Grund, warum ich auf irgend eine Art helfen möchte.”
Wir sind von der sympathischen jungen Frau und ihren Vorstellungen begeistert und wünschen ihr alles Gute auf ihrer Reise.
Verbringen auch Sie Ihre Ferien in einem armen Land?
Schon jetzt befinden sich viele in ihren wohlverdienten Ferien. Oft geht es in ärmere Länder, da man als Tourist ja nicht zu viel zahlen möchte. Dabei geht schnell vergessen, dass die einheimische Bevölkerung vielmals vom Tourismus nicht nur profitiert. Hast auch du vor in ein Land, vielleicht ein Entwicklungsland oder ein Land in dem bis vor kurzem noch ein Krieg herrschte, zu reisen? Unser Tipp: Gib niemals Geld und kaufe nichts von Kindern. Denn wenn Kinder durch die Touristen Geld verdienen, werden sie von den Eltern nicht zur Schule geschickt. Sie verpassen die notwendige Grundausbildung, die es ihnen erst ermöglicht etwas aus sich zu machen. Ohne Lesen und Schreiben sind viele hoffnungslos ausgegrenzt und verloren.
Pack lieber ein paar Dinge wie Schreibstifte, Notizblätter oder Bilderbücher, Socken, Turnschuhe mit ein, die du jemanden vor Ort verschenken kannst. Denn du wirst bestimmt auf jemanden treffen, der sich darüber freut und es brauchen kann. Verschenke gezielt, nicht gleich am ersten Ferientag und suche dir die Person gut aus. Und erzähle dann deinen Freunden und Verwandten davon. Sie sollen es genauso machen, wenn sie verreisen und es ebenfalls weitererzählen.
Dann bleibt nur noch eins zu wünschen: Gute Reise, schöne Ferien und eine sichere Heimkehr!
