Heute sah ich in einer Tageszeitung ein Bild Madonnas mit Adoptivsohn, gleich auf der darauffolgenden Seite Angelina Jolie mit ihrem bunten Adoptionspark. Selbst Ricky Martin schreckte nicht vor der Adoption thailandischer Zwillinge zurück. Was soll man davon halten? Kann jeder Kinder von irgendwo auf der Welt adoptieren? Meist ist die Adoption eines Kindes aus einem anderen Land noch viel einfacher als die Adoption eines Kindes im eigenen! Fährt man beispielsweise nach Afrika, China oder Südamerika ist es ein Leichtes. Man sucht sich in seinen Ferien ein geeignetes Adoptivkind aus und legt genügend Geld hin. In Kürze ist man Vater und Mutter. Das ist doch schlichtweg krank. Die lokalen Behörden schauen zu, interessiert es zum Teil nicht mal. Schlimmer jedoch sind die Behörden im eigenen Land, welche die Adoptierung meist nicht weiter betrachten. Fehlen Papiere oder sind die Papiere genügend gut gefälscht wird nicht nachgehakt. Krank oder? Kinder scheinen heute wie früher Waren zu sein. Es wird Zeit, dass insbesondere Stars mit solchen Aktionen aufhören und geächtet werden. Kein Kind aus Afrika sollte eine Mutter aus Beverly Hills haben und seine Identität und Kultur einfach so verlieren – es kann sich ja nicht wehren. Dieser Form der Selbstverwirklichung muss unbedingt ein Riegel vorgeschoben werden.
Zwar gibt es Amnesty International & Co, die sich gegen diese Art der Adoption wehren, jedoch gibt es beispielsweise in Guatemala, Asien oder Afrika täglich Entführungen von jungen schwangeren Frauen, die bis zur Geburt eingesperrt werden und denen dann sogleich das Kind nach der Empfängnis weg genommen wird. Die Frauen selbst werden dann irgendwo auf der Strasse “entsorgt” und sehen ihr Kind nie wieder. Auf der anderen Seite gibt es die direkten Kindsentführungen, welche sehr organisiert durchgeführt werden. So wird zum Beispiel im voraus bewusst nach passenden Opfern gesucht und schliesslich in einem passenden Moment das Kind im Auto geraubt. Oftmals werden die Kinder schliesslich in Waisenhäusern (oft Alltag beispielsweise in Indien) platziert und von dort aus weitervermittelt. Neue Ausweise und Identitäten sind kein Problem. Suchenden Eltern, meist europäischer oder amerikanischer Abstammung, werden Fotos bzw. Kataloge von den Kindern gezeigt und traurige Geschichten aufgetischt: So seien die Eltern der Kinder tragisch verstorben, das Kind sei alleine auf der Welt und benötige Hilfe. Im Nu sind die Eltern überzeugt. Mit genügend Geld ist jedermann mit von der Partie. Die Vermittler verlangen selbstverständlich horrende Summen für die Suche nach einem passenden Kind, was die künftigen Eltern meist nicht einmal nachdenklich macht. Oder sie ignorieren bewusst den Hintergrund der Adoption .Ein Mekka für Adoptionen ist beispielsweise die bekannte Stadt Antigua in Guatemala. Dort gehört es mittlerweile zum Alltag, dass zwielichtige Adoptionen durchgeführt werden. Jeder fünfte Europäer mit einem indigenen Kind im Arm, hat mit grosser Wahrscheinlichkeit das Kind in Antigua oder aus der Nähe adoptiert. Dies meist völlig schnell und unkompliziert – sofern natürlich das Geld stimmt. Gedanken über mögliche Entführungen der Kinder oder die zurückgebliebenen Eltern macht sich kaum jemand.
Schlimm sind Situationen, in denen unmittelbar nach der Geburt den biologischen Eltern hinterhältigerweise der Kindstod vorgegaukelt wird. Schockierenderweise wird oftmals in öffentlichen Spitälern damit Geld gemacht. Die Eltern erfahren somit niemals die Wahrheit und trauern lebenslang sinnlos dem Tod ihres Kindes hinterher. In anderen Fällen werden Frauen als Geburtsmaschinen verwendet (siehe z.B. Artikel in Bild-Zeitung). Gefangengehalten in fabrikenähnlicher Art und Weise, produzieren vergewaltigte Frauen als Gebärmaschinen laufend neue Kinder. Diese werden schliesslich von Vermittlern zu barem Geld gemacht. Ein solcher Fall ist gerade letzte Woche wieder in den Medien publik gemacht worden. Kaum vorstelbar wieviele unentdeckte Gebärfabriken weltweit existieren.
In einem mittelamerikanischen Dorf wurde vor drei Jahren ein Fall bekannt, in dem ein zweijähriges Indianermädchen auf offener Strasse der Mutter entrissen und in ein Auto gezerrt wurde. Einige Zeit später befasst sich ein Anwalt mit dem Fall und konnte Verstrickungen zwischen dem Militär und den Entführungen aufdecken und nachweisen. Menschenhandel! Jedoch wurde er während seiner Nachforschungen von verschiedenen Seiten bedroht, so dass er seine Tätigkeiten einstellen musste. Kein Wunder, wenn ja selbst die Regierung und das Militär involviert ist. Der Menschenhandel ist eben ein florierendes Top-Geschäft.


