Monthly Archives: December 2008

Keltische Fundstücke aus der La Tène-Zeit in der Schweiz

Fundstücke aus der La Tène Eisenzeit im Zürcher Landesmuseum

Schädelfundstück - La Tène

Schädelfundstück - La Tène

Im Neuenburgersee fand man vor rund 150 Jahren gut erhaltene keltische Objekte, aus der jüngeren Eisenzeit. Der Fundort “La Tène” gab schliesslich dieser Zeit den Namen, “La Tène”-Zeit. Überreste von Waffen aus Eisen und Pfählen und eine ehemalige Brücke erregten europaweit Aufmerksamkeit. Es wurden über 3000 Objekte gefunden, welche heute zum grössten Teil im Musée Laténium in Hauterive, Neuenburg, zu sehen sind. 800 Stücke sind im Museum Schwab und 200 im Landesmuseum in Zürich zu bewundern. Umstritten ist bis heute der Zweck des Ortes am Neuenburgersee. Das Museum Schwab in Biel zeigt beispielsweise in seiner Wanderausstellung auf, dass La Tène ein Kult- und Bestattungsort gewesen sein könnte. Menschliche Schädel und Knochen hätte man dort aus rituellen Gründen zusammengetragen, ebenso wie Waffen und sonstige Opferobjekte. Wer mehr wissen möchte, sollte unbedingt die Museun in Hauterive, Biel und in Zürich besuchen. Es lohnt sich auf alle Fälle, da man sich dadurch als Schweizer schliesslich direkt mit den eigenen Wurzeln, den eigenen Vorfahren, den keltischen Helvetern, befasst.

Von Kriegern und Sklavinnen

Etymologie, Wandel und Adaption eines Namens: Isaura

Isaura Moser ist eine der Blogautoren auf balam-ix.com. Sie erforschte kürzlich ihre eigene Namensherkunft.

Münze: Leo - der Isaurier

Münze: Leo - der Isaurier

Die Isaurier oder auch Isaurer genannt, waren ein antiker Volksstamm im Süden der heutigen Türkei. Sie lebten in einem Land/Gebiet “Isaurien” genannt. Dieses Gebirgsland, lag zwischen dem antiken Kilikien und Lykaonien (römische Provinz Isauria). Das Volk war für seine gefürchteten Krieger bekannt, welche im 5. Jahrhundert in der byzantinischen Armee als Söldner dienten. Die Isaurier waren von hoher militärischer Bedeutung und aufgrunddessen gelang es einem isaurischen Anführer sogar zum Kaisertitel zu gelangen. Dieser war damals als Kaiser Zenon oder auch Zeno bekannt.

Das Land Isaurien ist abgeleitet vom Namen Isaura, der noch heute in Variationen z.B. als Isaure als Frauenname verwendet wird. Die Herkunft und Bedeutung des Namens ist bis heute unklar, da in der Antike das Wissen um die Wortbedeutung verloren war und die Isaurier keine Schriften dazu führten (möglicherweise sind diese aber nur noch nicht gefunden worden).

Lage von Isauria auf alter Karte

Geograph. Lage Isauriens

Eine mögliche Bedeutung des Namens ist “Sanfte Brise”. Es gab zwei isaurische Städte in Eurasien: Isaura Vetus (Altes Isaura) und später Isaura Nea (Neues Isaura). Diese Städte waren im Gebiet der Taurus Berge (wie zuvor erwähnt, heute im Gebiet der Türkei) angesiedelt. Die Städte waren eine Zeit lang unter mazedonischer und römischer Besetzung und waren aufgrund von einzigartigen Turmbauten (wahrscheinlich zu militärischen Zwecken) bekannt.

Heute existieren nur noch wenige Erinnerungen an die Isaurier. So findet der herumreisende Tourist unterwegs in Nordafrika Schmuckläden mit dem Namen Isaura, der anscheinend soviel bedeuten soll wie “Schönheit” oder “wertvoll”. Im Norden Afrikas (Tunesien, Marroko, Ägypten) wird er noch heute gerne als Frauenname verwendet. Als während der Kolonalzeit die Portugiesen nach Nordafrika kamen, trugen sie den Frauennamen in ihre Heimat. Später wurde der Frauenname von den Portugiesen über den Atlantik nach Brasilien, eine portugiesische Kolonie, gebracht.

So taucht im historischen Roman von Bernardo Guimaraes erstmals wieder ein Figur mit dem Namen Isaura auf. Der Roman mit dem Titel “Die Sklavin Isaura” erzählt die Geschichte der Tochter einer weisshäutigen Sklavin, die Anfang des 19. Jahrhunderts auf einer brasilianischen Tabakplantage arbeiten muss und von einem unbekannten geschwängert wird. Als Isaura zur Welt kommt, stirbt ihre Mutter. Sie wird von ihrer Gutsherrin, Doña Ester, aufgenommen und wie ihr eigenes Kind behandelt. Ihr Ehemann behandelt das adoptierte Kind jedoch sehr kalt und abweisend. Doña Esters Sohn belästigt Isaura seit klein auf und bedrängt sie sexuell. Im Laufe der Geschichte lernt Isaura ihren Vater kennen, der früher auf der Plantage als Verwalter gearbeitet hatte. Isauras Stiefmutter verspricht ihr, dass sie in Zukunft als freier Mensch leben könne. Diese Aussage bewahrheitet sich jedoch nicht, da die Gutsherrin bis zu ihrem Tod, die Papier der Frau nicht bereit hat. Isaura verliebt sich und muss um ihre Liebe kämpfen. Da sie kein freier Mensch ist, kann ihr Peiniger, Sohn der verstorbenen Doña Ester, sie weiterhin belästigen. Mit viel Geschick hilft ihr am Ende die Schwester des Geliebten. Und so gelingt es schliesslich die Sklavin freikaufen und sie erhält ihre längst verdiente Freiheit.

Isaura - Darstellerin aus der gleichnamigen Telenovela

Isaura - Darstellerin aus der gleichnamigen Telenovela

Später wurde der Roman in Form einer brasilianischen Telenovela “La Esclava Isaura” filmisch umgesetzt, erst 1976 und schliesslich in einem Remake der Novela im Jahre 2004.

Haben auch Sie keine Vorstellung, was Ihr Name bedeutet? Gerne helfen wir weiter. Schreiben Sie einfach einen Kommentar zum Blogbeitrag.

Der Maya-Kalender

Das Kalendersystem

Tzolkin Glyphen

Tzolkin Glyphen

Die alten Mayas besassen ein sehr genaues Kalendersystem, das sich wohl isoliert entwickelte. Durch den Spanische Eroberung wurde das grosse Wissen der Maya grundlegend zerstört, bis in den 90er Jahren Archäologen schliesslich in der Lage waren die letzten Lücken und die restlichen wichtigen offenen Fragen zum Maya-Kalendersystem zu klären. Die Mayas waren talentierte Mathematiker und dies widerspiegelt sich ebenfalls in ihrem Kalender bzw. in ihren verschiedenen Kalendern, denn sie benutzten insgesamt 3 Kalender. Der sogenannte “Long Count”, welcher prinzipiell für historische Zwecke diente. Der “Haab” der ein ziviler Kalender war, welcher auf dem Jahr mit 360 Tagen basierte. 18 Perioden von 20 Tagen. Fünf zusätzliche “schlechte” Tage wurden am Ende eines Haab Jahres hinzugefügt, um den Kalender mit dem Sonnenjahr zu synchronisieren. Der Tzolkin war der dritte Kalender der Mayas, welcher für rituelle Zeremonien eingesetzt wurde. Er verfügt über 20 Perioden von 13 Tagen. Der Tzolkin Kalender durchläuft alle 260 Tage einen kompletten Zyklus. Die Bedeutung dessen ist bis heute nicht völlig geklärt. Möglicherweise besteht eine Verbindung zum Orbit der Venus, welcher aus 263 Tagen besteht. Die Haab und die Tzolkin Daten verfügten interessanterweise nicht über eine Jahreskomponente. Jedenfalls war und ist es immer noch möglich mittels Kombination von Haab und Tzolkin ein eindeutiges Datum in einem 52 Jahreszyklus festzulegen.

Einige Fakten

Der “Long Count” Kalender besteht aus 5 Komponenten:

Baktun
Katun
Tun
Uinal
Kin

Das Datum des “Haab” Kalenders besteht aus einem aus 20 Nummern (von 0 bis 19) und einem “Uinal” (= ähnlich wie “Monat” in unserem Verständnis), von welchen 18 bestehen und folgendermassen heissen:

1 Pop
2 Uo
3 Zip
4 Zotz
5 Tzec
6 Xul
7 Yaxkin
8 Mol
9 Chen
10 Yax
11 Zac
12 Ceh
13 Mac
14 Kankin
15 Muan
16 Pax
17 Kayab
18 Cumku

Am Ende des Jahres wurden 5 Tage hinzugefügt, die sogenannten “Uayeb”. Das Jahr als Einheit existiert im Haab nicht.

Der Tzolkin besteht aus einem Zyklus von 260 Tagen, bestehend aus Tagesnummern von 1 bis 13 und 20 Tagesnamen. Tagesnummer und der Tagesname sind beide parallel inkrementell.
Auch der Tzolkin Kalender hat keine Jahreseinheit.

Hier eine Liste von Tzolkin Tagesnamen:

1 Imix
2 Ik
3 Akbal
4 Kan
5 Chicchan
6 Cimi
7 Manik
8 Lamat
9 Muluc
10 Oc
11 Chuen
12 Eb
13 Ben
14 Ix
15 Men
16 Cib
17 Caban
18 Etxnab
19 Cauac
20 Ahau

2012 – Das Ende der Welt?

Wie steht es nun um die Geschichte eines drohenden Weltuntergangs im 21. Dezember 2012? Es wurden viel über den Maya Kalender, insbesondere den “Long Count” geschrieben. Auch zur möglichen Apokalypse, einem weltweiten Polsprung, einer Weltveränderung bzw. einer kosmischen Veränderung existieren zahlreiche TV-Dokumentationen und Bücher. Doch betrachtet man den Maya-Kalender als zyklisches Instrument, so kann man nicht leugnen, dass aufgrund seiner Konzeption es keinesfalls möglich ist, damit ein Kalenderende zu definieren. Wenn ein Zyklus endet, beginnt einfach ein Neuer und dies wiederholt sich schliesslich endloss. Und dieses Konzept findet sich auch in anderen Maya-Weltanschauungen, denn als ein naturverehrendes Volk war klar: Alles aus der Natur, der Weltraum und das Leben selbst ist einem sich wiederholender Zyklus unterworfen und fest darin integriert.

Römische Ortsnamen in der Schweiz

Auszug römischer Ortsnamen von heutigen Schweizer Ortschaften

Unterhalb ist ein interessanter Auszug römischer Namen von Schweizer Ortschaften im Vergleich zum heutigen Namen zu finden. Übersetzungen helfen den lateinischen Ursprungsnamen besser zu verstehen.

Heutiger Name Lateinisch Übersetzung
Andeer (GR) Lapidaria
Arbon (TG) Arbor Felix Glücklicher (glückbringender?) Baum
Augst (BL) Augusta Raurica Stadt zu Ehren des (Kaisers) Augustus im Gebiet der
Rauracher (Teilstamm der keltischen Helvetier)
Avenches (VD) Aventicum
Baden (AG) Aquae Helveticae Schweizer Quellen
Basel Basilia die “kaiserliche”
Bellinzona Bilitio
Chur Curia Rathaus
Eschenz (TG) Tasgaetium
Genève (Genf) Genava
Grosser St. Bernhard Summus Poeninus
Koblenz (AG) Confluentes (wo Rhein und Aare) zusammenfliessen
Lausanne Lousonna
Maienfeld (GR) Magia
Martigny (VS) Octodurum
Massongex (VS) Tarnaiae
Moudon (VD) Minnodunum
Nyon (VD) Iulia Equestris (Noviodunum)
Orbe (VD) Urba Stadt
Oron-la-Ville (VD) Uromagnus
Oberwinterthur (ZH) Vitodurum
Pfyn (TG) Ad Fines an der Grenze
Rheineck (SG) Ad Rhenum am Rhein
Saint-Maurice (VS) Agaunum
Schleitheim (SH) Iuliomagnus
Splügen (GR) Cunus Aureaus
Studenberg (BE) Petinesca
Sion (Sitten) Sedunum
Solothurn Salodurum
Tinzen (GR) Tinnetio
Vevey (VD) Viviscus
Villeneuve (VD) Penneloci
Windisch (AG) Vindonissa
Yverdon (VD) Eburodunum (-dunum=Name keltischen Ursprungs)
Zurzach (AG) Tenedo
Zürich Turicum

Haben Sie ergänzendes Material als Input zu dieser Liste? Dann kontaktieren Sie einfach unsere Autoren. Wir freuen uns über Ihre Ergänzungen.

Archäologische Entdeckungen in Biel/Bienne

Archäologische Untersuchungen in Biel/Bienne: Spuren von mittelalterlichen Handwerkern direkt vor unserer Nase. In einer Medienmitteilung Anfang November wird vom Kanton Bern erklärt, worum es genau geht.

Wappen der Stadt Biel

Wappen der Stadt Biel

Auf dem ehemaligen Gassmann-Areal in Biel hat der Archäologische Dienst des Kantons Bern Spuren von mittelalterlichem Handwerk entdeckt. Die Untersuchungen zeigen, dass das Gassmann-Areal über Jahrhunderte intensiv gewerblich genutzt wurde. Vor allem Färber und Gerber liessen sich an der Stadtschüss nieder. Der Archäologische Dienst und das Museum Schwab präsentieren die Ergebnisse der Grabungen am Freitag, 7. und Samstag, 8. November 2008 der Öffentlichkeit.

Weil der auf dem ehemaligen Gassmann-Areal geplante Neubau tief in den Untergrund eingreift, werden archäologische Reste unwiederbringlich zerstört. Deshalb hat der Archäologische Dienst des Kantons Bern in den letzten Monaten Notgrabungen durchgeführt. Das Gassmann-Areal liegt am Rand der mittelalterlichen Stadt, direkt ausserhalb der Stadtmauern. Es gehörte zum “Ablass”, wie das ganze Gebiet nach den dort verlaufenden Entwässerungsgräben genannt wurde. Im Mittelalter hatten sich dort Handwerker niedergelassen, die vom Wasser abhängig waren, vor allem Färber und Gerber.

Die Untersuchungen des Archäologischen Dienstes zeigen, dass das Gelände den Namen “Ablass” zu Recht trug. Es lag in der Schwemmebene der Schüss und war weitgehend versumpft. Noch heute drückt die Schüss ins Gelände. Deshalb wurden auch keine klaren Niveaus gefunden. Die Menschen versuchten dem Wasser und der Feuchtigkeit immer wieder mit Aufplanierungen zu entgehen.

Spuren aus der Zeit der Stadtgründung fehlen vollständig. Es gibt bisher weder prähistorische noch römische Scherben. Aber auch Hinweise auf das für Biel vermutete Frühmittelalter kamen bisher nicht zum Vorschein. In Bezug auf die Bauten bestätigten sich jedoch die Erwartungen: Vor dem 19. Jahrhundert gab es auf dem Gelände keine grösseren Häuser. Die Archäologen stiessen aber auf eine Unmenge von Gewerbespuren in Form von Gräben, Gruben und Leichtbauten. Diese belegen, dass auf dem ehemaligen Gassmann-Areal über Jahrhunderte hinweg intensiv gearbeitet und produziert worden war.

Die ältesten Gräben und Gruben aus dem 13. und 14. Jahrhundert geben keine Hinweise auf das dort ausgeübte Handwerk. Aus dem 15. oder 16. Jahrhundert stammen vier mit Steinen gefüllte Gräben, die als Fundament einer dreischiffigen Gewerbehalle gedient haben dürften. Weiter südlich lag eine grosse Anzahl von Gruben, Gräben und Holzpfostenlöchern, die eine intensive handwerkliche Tätigkeit belegen.

Im 17./18. Jahrhundert wurde versucht, das Gelände mit einer Aufplanierung trockener zu machen. Es fanden sich Reste eines grossen Holzbaus mit einer Bodenkonstruktion, die mit Lehm abgedichtet war. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Produktions- oder Lagerhalle für eine Gerberei. Um 1800 herum dürfte das Areal dann vorwiegend als Garten gedient haben. Ab den 1830er Jahren begann die moderne Überbauung. Die ältesten dieser Gebäude hatten Fundamente aus massiven Findlingsbrocken. Aus dem 20. Jahrhundert stammen Betonfundamente, verschiedene Öltanks und Keller.

Unverzichtbare Maya-Kalender Web-Tools

Wer sich längere Zeit mit der Maya-Forschung und insbesondere dem Maya-Kalender beschäftigt, der sollte sich unbedingt einige praktische Tools, welche kostenlos im Internet angeboten werden, näher ansehen. Einige dieser Tools haben wir hier zusammengefasst:

Anmerkung:
Wir übernehmen keine Garantie, dass die oben aufgeführten Tools korrekte Werte liefern. Gerne nehmen wir auch Ihr Web-Tool in unsere Liste auf. Melden Sie sich einfach bei unseren Autoren.

Die Bedeutung des Mondes in unserer Kultur

Wir kaufen einen “Mondkalender” und sprechen davon, dass es besser ist nach dem Vollmond gewisse Tätigkeiten auszuführen, sei es in der Landwirtschaft oder ganz einfach zu Hause im Haushalt. In der Kirche sprechen wir nach dem Gebet ein “Amen” aus und ohne es zu ahnen, bedanken wir uns damit beim Mond.

Der Mond

Der Mond

Das Mysterium Mond. Seit eh und je beobachten und bestaunen die Menschen dieses Gestirn. Dabei bekam der Mond anders als die Sonne meist eine weibliche Rolle zugeteilt, da sich der Mond zyklisch in seiner Gestalt verändert und sich die Fruchtbarkeit der Frau ebenfalls zyklisch verhält. Der Mond war bereits in der “Steinzeit” ein wichtiges Symbol für Fruchtbarkeit und die Erde bzw. Erdenmutter. Als sich nach und nach eine erste Form der Landwirtschaft entwickelte wurden diese Mond-Zyklen zu Mon(d)aten zusammengefasst. Das Wort “Monat” enthält noch heute ein Überbleibsel des Wortes “Mond”. Das Gleiche finden wir im Namen des ersten Wochentages: Mon(d)tag – Der Tag des Mondes, der erste Tag der Woche.

In Küstennähe lebende Menschen wussten früh um die Wirkung des Mondes auf das Meer und das Leben. Ebbe und Flut, sowie das Verhalten verschiedenster Meerestiere, waren eindeutig durch den Mondzyklus beeinflusst. Warum sind wir vor dem Vollmond gestresster und gereizter? Nehmen wir einmal die Tatsachen zur Hand, dass der Mensch zu 60-70% aus Wasser besteht und der Mond die Gezeiten beeinflusst, so müssen wir eine klare Verbindung zwischen beidem ziehen: Ergo, der Mond beeinflusst auch direkt das Wasser innerhalb des menschlichen Körpers. Kopfschmerzen, Gereiztheit oder ein schlechteres Schlafen vor dem Vollmond (oder einem anderen Mondzustand), sind dadurch einfach erklärbar.

Die Bedeutung des Mondes war seit je her gross. In der keltischen Religion war die “Mondgöttin” beispielsweise eine zentrale Figur. Diese Personifikation war nicht nur eine Form der menschliche Darstellung des Gestirns, sondern nahm eine zentrale Funktion im Religionssystem ein. Die Mondgöttin, wie auch der Mond standen für magische Fähigkeiten, das Element Wasser und das zugeordnete Metall Silber. Übrigens nicht nur in der westlichen Mystik, sondern ebenfalls in der östlichen. Der Mond wurde sehr häufig in Sichelform (Sichelmond) dargestellt, aber auch in Form eines Halbmondes oder eines Kreises (Vollmond). Zudem ist der Mond in den meisten Sprachen weiblich so beispielsweise: lune, luna. Die Fruchtbarkeit wurde gern in Form von Kuhhörnern symbolisiert, welche sich aus den Mondsicheln ableiteten. Das Interessanteste ist jedoch, dass der Begriff des Mondes und der Göttin, sich aus dem gleichen Wortstamm ableiteten. Im Indoeuropäischen existieren die Begriffe “mana” oder “men”, welche “Mutter”, “Mensch”, “Menstruation” bedeuten. Amen bedeutete ursprünglich eigentlich nichts anderes als der “Mond der Wiedergeburt”. Viele als “christlich” propagierte Symbole, sind ursprünglich vom Christentum einfach übernommen worden. Dies gilt auch für Personifikationen wie die Jungfrau Maria, die ihrerseits eine indirekte Ableitung der keltischen Mondgöttin, bzw. der ägyptischen Isis (übrigens die Mondgöttin im alten Ägypten) sein soll.

Römische Goldschätze im Schweizer Landesmuseum

Zur Zeit zeigt das Schweizerische Landesmuseum in Zürich faszinierende Goldschätze in einer Sonderausstellung “Römische Goldschätze – vergraben und wiederentdeckt”.

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

Der römische Goldschatz von Lunnern (Geheimde Obfelden ZH) wurde im Jahr 1741 von Vikar Johann Georg Sulzer aus Maschwanden wiederentdeckt. Die Ausstellung “Römische Goldschätze – vergraben und wiederentdeckt”, die vom 21. November 2008 bis 22. März 2009 im Schweizerischen Landesmuseum stattfindet, zeigt den wertvollen Fund.

Der Schatz besteht aus 17 goldenen Schmuckstücken, darunter Ketten mit aufwendig geschmiedeten Einzelteilen sowie Anhängern, Ohrringen und einer Armspange. Teil der Ausstellung ist ebenfalls ein kleiner Workshop, wo Goldschmiedetechniken von Fachpersonal erklärt werden.

Vergraben worden war der Goldschatz um 260 nach Christus. Wie der Schatz entdeckt worden war und warum ein Fläschchen mit einem Affen eine entscheidende Rolle bei der Schatzsuche gespielt hat, wird im Rahmen der Ausstellung veranschaulicht. Das Landesmuseum zeigt jedoch nicht nur den Fund aus Lunnern, sondern ebenfalls einige weitere bemerkenswerte Hortfunde aus Italien, Frankreich und Deutschland. Dabei wirkt die Ausstellung, insbesondere die Art der Präsentation der Fundgegenstände, genauso edel wie der Schmuck selbst.

Nebst der Ausstellung “Römische Goldschätze” bietet das Museum keltische und mittelalterliche Ausstellungen. Auf alle Fälle sehenswert!

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

(C) Schweizerisches Landesmuseum

Die gezeichnete Welt der Neandertaler

Beeindruckende Handzeichnungen, Szenen aus einer vergangenen Zeit: Emmanuel Roudier Neandertal Comics wecken Neugierde …

In seinem Blog bietet Emmanuel Einblicke in seine Skizzen und neusten Illustrationen, sowie auch einige “Bonus” Zeichnungen für Fans.

Sehr beeindruckend ist die4 einheitliche Stimmung, die in seinen Zeichnungen zum Tragen kommt. Es scheint fast so, als wäre Roudier in eine Zeitmaschine gestiegen und wahrhaftig dabei gewesen, hätte Skizzen von Szenen4 lebender Menschen und Tieren umgesetzt. Dabei wirken seine Zeichnungen niemals faktisch sondern vielmehr mystisch, emotional, gar liebevoll. Der Grund dafür liegt sicherlich in der4 Art der Präsentation sowie auch der Wahl der Szenen. Emmanuel Roudier zeigt keine barbarischen, primitiven Neandertaler, für welche sie oftmals zu Unrecht gehalten werden. Er zeigt die Urzeitmenschen bei kultischen Ritualen, Begräbnissen und Alltagsmomente. Und wir müssen ihm bei vielen seiner Darstellungen Recht geben. Keinesfalls waren die Neandertaler primitive Wesen, die wie “Tiere lebten”. Wie neuste wissenschaftliche Forschungen zeigen, hatten die Neandertaler bereits das Wissen um ihren eigenen Tod, vollzogen Rituale und stellten unter anderem auch Schmuck her. Womöglich besassen sie daher bereits ihre eigene religiöse Vorstellungen, ihre eigene Naturreligion.

Emmanuel Roudier bespricht in seinem Blog nicht nur seine NEANDERTAL Comics, sondern kommentiert auch seine Neandertaler Szenen und verweist auf Hintergründe, die ihn zu seinen Bildern bewegten. Auf seinem Blog sind zudem auch stets neue unveröffentlichte Skizzen zu finden.

Unser Tipp: Wer sich für die Zeichnungen von Emmanuel Roudier interessiert, sollte sich unbedingt zu Weihnachten einen NEANDERTAL Comic selber schenken oder schenken lassen ;-) .. es lohnt sich!!

NEANDERTAL von Emmanuel Roudier

NEANDERTAL von Emmanuel Roudier

(C) Emmanuel Roudier

(C) Emmanuel Roudier

Das Zahlensystem der Mayas

Das Zahlensystem der Mayas ist ganz ähnlich dem unserigen und daher für uns auch sehr leicht zu verstehen. Während die Null eine Muschel (genauer: eine leere Muschel) darstellt sind alle nachfolgenden Zahlen bis Vier durch Punkte gekennzeichnet. Die Fünf wird mit einem Balken dargestellt und gemäss der Logik ist die Sechs dann ein Balken und ein Punkt. So geht es weiter bis zur Neun, welche aus 4 Punkten und einem Balken besteht. Die Zehn wird mit zwei Balken symbolisiert. Punkte haben also stehts einen Einer-Wert, während Balken einen Fünfer-Wert annehmen. Einfach, nicht wahr?

Maya Zahlensystem

Das Maya Zahlensystem ist übrigens das einzig erhaltene schriftliche Zahlensystem aus dem alten Mesoamerika. Die Zählweise basiert aber im Maya-Zahlensystem, nicht wie man zunächst meinen könnte auf dem Dezimalsystem, sondern auf dem Zwanzigersystem. Eigentlich auch ganz vernünftig, denn schliesslich hat der Mensch nicht nur seine beiden Hände zu je fünf Fingern, sondern auch noch zwei Füsse zu je fünf Zehen = 20.
Nebst den Zahlenziffern (Links: Darstellung der Zahl 20) gab es zusätzlich Glyphen, welche für die Darstellung der Zahlen dienten:

Glymphen zur Zahlendarstellung
Zahlenglyphen – auffallend die erste Zahl (Null, mit einer menschlichen Hand)

Eine Null wurde mit einem speziellen Glyphensymbol dargestellt, dass einen Kopf zeigt, dessen Unterkiefer aus einer Hand bestand. Die 20 wird mittels der Mond-Glyphe dargestellt.